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über mich

Kurzinfo

Philipp MaikeIch bin Gitarrist und Produktdesigner.

Der Großteil meiner gestalterischen Aktivitäten konzentriert sich im kulturellen Umfeld. Durch meinen Background als Gestalter sind meine Aktiviäten in Bands immer weit mehr als „nur“ das Musizieren. Sowohl bei der Zusammenstellung des Instrumentariums als auch bei der optischen Ausgestaltung lege ich großen Wert auf das Besondere. Generell polarisiere ich gerne und gehe andere Wege. Recycling und Upcycling sind immer ein großer Bestandteil meiner Arbeiten.

Durch meine interdisziplinäre Vernetzung bin ich nicht nur Produktdesigner im eigentlichen Sinne, sondern betätige ich mich auch häufig als Theaterfotograf, Veranstalter diverser Kulturveranstaltungen und agiere so immer zwischen und mit den Medien Form, Bild und Ton.

Biografie

(Entnommen aus der Einleitung zu meiner Diplomarbeit)

Ich bin Gitarrist.

Als Dreizehnjähriger begann ich mich für dieses Instrument zu interessieren. Ich wechselte 1996 relativ schnell vom Gruppenunterricht für klassische Gitarre zum Einzelunterricht an der Musikschule für elektrische Gitarre. In Absprache mit meinem Dozenten Mathias Schulze wurde in diesem zweijährigen Zeitraum grundsätzlich auf die Notenlehre verzichtet und am Basiswissen für Rockmusik und Improvisationen gearbeitet. Nach ersten musikalischen Gehversuchen mit Klassenkameraden in Schülerbands stieg ich 1998 in die Kempener Crossover-Formation Weed ein, die bis 2001 existierte. 2002 wurde ich als zweiter Gitarrist in die Krefelder Alternative-Grunge Gruppe Dadrox berufen, in der ich bis zum Aus im Jahre 2006 den Bandsound bereicherte und viele Erfahrungen auf der Bühne sammelte.
Im Zuge meiner Bewerbung für das Objektdesign-Studium an der Hochschule Niederrhein absolvierte ich 2004 ein mehrwöchiges Praktikum in Rüdiger Ziesemanns Firma „Bassline“ in Krefeld-Hüls – einem renommierten Instrumentenbauer für elektrische Bässe. Mein theoretisches Wissen als Abonnent der Fachzeitschrift „Gitarre&Bass“ seit 1996 wurde bei Bassline durch Einblicke in die Praxis und den Alltag eines Instrumentenbauers ergänzt.
Im Studium verwirklichte ich einige Projekte, bei denen ich meine Kompetenzen in denen Bereichen Musik, Kultur und Gestaltung kombinieren konnte. Ich gründete mit Schlagzeuger und Psychologiestudent Benjamin Haarhaus project13-5. Ein stark konzeptionelles musikalisches Projekt, das „sich thematisch mit verschiedenen Konfliktlösungsansätzen auseinandersetzt“.
Hier experimentierte ich mit einer neuen Art von Gitarrensound, indem ich auf eine handelsübliche elektrische Gitarre zwei tieffrequente Basssaiten aufzog und diese über mehrere parallel laufende Verstärkersysteme spielte. Durch ein breites Stereopanorama und Effektmodulationen war es so möglich, selbst bei einer Minimierung auf zwei Saiten dem Sound einer kompletten Band gleichzukommen. Für dieses Projekt enstanden im Rahmen des Studiums handgezeichnete Illustrationen, die bei live-performances durch mehrere Beamer auf Leinwände und Musiker projiziert wurden und so ein wichtigen Bestandteil der Stilistik „the new psychological math metal experience“ wurden.

2008 entwickelte ich eine Bariton-Gitarre auf Basis eines Fettspritzschutzes für eine Bratpfanne. Diese Gitarre wurde in der Rubrik „my guitar“ in „Gitarre&Bass“ 11.2008 vorgestellt und anschließend mit zwei Saiten bestückt bei project13-5 eingesetzt. 2009 wurde das project13-5 abschließend mit der deutschsprachigen und von mir erstellte DVD „beschütze mich“ vorerst beendet. Neben musikalisch-gestalterischen Projekten an der Hochschule wie z.B. einem merchandise-Koffer für lokale Bands aus Pappe organisierte ich in einer Krefelder Industriebrache das erste zweitätige ton&tun festival, bei dem ich meine Freunde und Bekannte sowohl aus meinem musikalischen als auch gestalterischen Umfeld an einen Ort holte, um diesen in verschiedensten Kategorien zu beleben. Eine genreübergreifende Mixtur aus Ausstellung, Festival und Theater. 2008 wurde ich vom Krefelder Künstlerkollektiv sputnic dazu eingeladen, bei der Gestaltung der Inszenierung Alice-Expedition ins Wunderland am Schlosstheater Moers mitzuwirken. Zusammen mit Markus Maria Jansen bekam ich Einblicke in die Realisation von Theaterinszenierungen und die damit verbundene Ausarbeitung von Soundtracks.

Mit der Gründung der siebenköpfigen Folklore-Band Provinztheater mit Grafikdesigner Nicolai Skopalik im Jahr 2008 schlug ich einen neuen musikalischen Weg ein. Auch diese stark konzeptionell orientierte Band vereinigt die Kompetenzen von Musik und Gestaltung. Hierfür entstanden in Zusammenarbeit mit Skopalik einige Musikvideos. Während Skopalik sich um die grafische und filmische Ausarbeitung kümmert, agiere ich im Bereich Set – und Instrumentenbau und der akustischen Ausgestaltung. Die selbstauferlegte Musikrichtung „Rumpelpolka“ mit der Ausrichtung auf Straßenmusik beeinflusst mich stark, was den Klang, Funktionen und Optik seiner Instrumente angeht. Neben dem bandinternen Einsatz von vielen traditionellen Instrumenten wie Posaune, Akkordeon und Tuba überkommt mich eine kleine Sammelleidenschaft, was alte, günstige und unperfekte Instrumente angeht, die starken Einfluss auf die Soundgestaltung des Provinztheaters und meiner privat gespielten und auch gehörten Musik angeht. Nicht mehr digital produzierte, effektlastige Musik wie bei project13-5 steht jetzt im Vordergrund meines Schaffens, sondern vielmehr der analoge und charakterstarke Klang von alten Kassettenrecordern, auf dem Sperrmüll gefundenen E-Gitarren, günstig erstandenen folkloristischen Instrumente wie Banjos, Mundharmonicas und Geigen. Neben vielen Experimenten bei homerecording-Sessions agiere ich nun desöfteren für Soundtracks von Kurzfilmen, Klanggestaltungen bei Vernissagen, als Gastmusiker auf Alben von befreundeten Musikern und 2011 als Musiker der Inszenierung „Abriss, Ruin, Erlösung“ am Schauspiel Dortmund.

Im Sommer 2011 erarbeite ich als Diplomarbeit am Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein ein Konzept für ein experimentelles Saiteninstrument. In meiner Arbeit recherchiere ich über kuriose, ausgefallene und ausgestorbene Saiteninstrumente, beschäftige mich mit Teilbereichen der akustischen Physik und führe meine Erkenntnisse in einem Bauplan für nuum – EINE TIEFTONMASCHINE zusammen.

Im Herbst 2011 werde ich Mitarbeiter der Firma Bassline und übernehme dort sowohl gestalterische Prozesse bei der Produktenetwicklung als auch detaillierte Kundeberatung im Bezug auf den individuellen Sound eines Instrumentes. 2012 gestalte den öffentlichen Firmenauftritt neu und beleuchte in diesem Zuge die Firmenhistorie. Im Frühjahr 2013 werden im Rahmen des 20jährigen Fimenjubiläums die re:belle series der Öffenlichkeit vorgestellt. Eine neue Modellreihe im BassLine-Produktkatalog, die ich für BassLine entwickelt habe.

Für das Provinztheater-Debütalbum Tonträger habe ich neben gitarristischen Aktivitäten einige Hörspiele produziert. Mit der Veröffentlichung des „Tonträgers“ im Rahmen eines selbstorganisierten, nostalgischen Jahrmarkts werde ich unterstützt vom traditionsreichen deutschen Instrumentenhersteller Höfner und Saitenhersteller Pyramid und nutze die Instrumente und Saiten sowohl beim Provinztheater als auch in meiner neugegründeten „post prog rock“ Formation ISAAC VACUUM, mit der ich Anfang 2014 ein erstes Demo produziere.